Lösung

Dem Auftragnehmer steht kein Anspruch auf Mehrvergütung nach § 2 Abs. 5 oder Abs. 6 VOB/B zu. Ein solcher Mehrvergütungsanspruch setzt voraus, dass die geänderte oder zusätzliche Leistung durch den Auftraggeber angeordnet wurde. Eine solche Anordnung liegt im vorliegenden Fall nicht vor. Der Architekt ist nicht bereits aufgrund seiner Beauftragung uneingeschränkt dazu bevollmächtigt, den Auftraggeber beim Abschluss von Verträgen zu vertreten und/oder rechtsgeschäftliche Erklärungen abzugeben, die dem Auftraggeber erhebliche Verpflichtung auferlegen. Nachdem im Bauvertrag die Vollmacht des Architekten für jedwede Erteilung von Zusatzaufträgen ausdrücklich ausgeschlossen war, kommt auch die Annahme einer Anscheins- oder Duldungsvollmacht nicht in Betracht, da der Auftragnehmer aufgrund des Bauvertrages wusste, dass der Architekt keine Vollmacht zur Vergabe von Nachtragsaufträgen besaß.