"Lockrufe" auf Handys stellen unzulässige Werbung dar

Urteil des LG München I vom 3.9.2003, Az.: 1 HK O 7754/03
Anrufe, die wegen ihrer kurzen Dauer nicht entgegengenommen werden können, aber eine teure Auslandsnummer auf dem Display hinterlassen, sind unzulässig. Handynutzer werden hierdurch veranlasst, zurückzurufen. Erst mit dem kostspieligen Telefonat können sie erkennen, dass es sich um Werbung handelt. Derartige „Lockrufe“ stellen unzulässige belästigende Werbung dar. Ein Handy-Besitzer wird regelmäßig annehmen, dass ein ernsthafter Gesprächspartner vergeblich versucht hat, ihn zu erreichen. Er wird deshalb die hinterlassene Rufnummer in aller Regel zurückzurufen. Nur durch ein teures Telefonat kann der Handy-Besitzer erkennen, worum es sich handelt, nämlich um Werbung für eine nicht gewollte Dienstleistung in Form eines abgespielten Tonbandes. Diese Form der Werbung ist ebenso wie unverlangte Telefaxwerbung unzulässig und daher zu unterlassen.